Donnerstag, 31 August 2017 18:24

Modellquartier Bilk

Pilotprojekt spart rund 2.000 Tonnen CO₂ jährlich

Bisher 73 Anfragen bei der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH nach einem Fernwärmeanschluss/Landeshauptstadt gewährt Zuschüsse

Die Stadt Düsseldorf ist auf dem Weg zu Ihrem Ziel, bis zum Jahre 2050 klimaneutral zu werden, einen guten Schritt vorangekommen.
Vor gut einem Jahr startete die Landeshauptstadt gemeinsam mit den Stadtwerken Düsseldorf ein Fernwärme-Pilotprojekt, das Modellquartier Bilk. Jetzt ziehen die Beteiligten eine vorläufige Bilanz. Und die kann sich sehen lassen.

Bisher sind im ersten Modellquartier Düsseldorfs 73 Anfragen zu einem Fernwärmeanschluss bei der Stadtwerke-Tochter Netzgesellschaft Düsseldorf mbH eingegangen. In 22 Fällen ist es zur Beauftragung von Anschlüssen gekommen. Das entspricht einer Abschlussquote von 30 Prozent in den ersten zwölf Monaten; ein vergleichsweise hoher Wert, der das starke Interesse der Bilker an der Fernwärme dokumentiert und die Richtigkeit der Idee des Modellquartiers bestätigt. Zu den Kunden, die sich zu einem Fernwärmeanschluss entschieden haben, gehören unter anderem die Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf, die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft eG, die Landeshauptstadt und diverse Eigentümer und Eigentümergemeinschaften. Ein Teil der Anschlüsse ist im Bau oder bereits in Betrieb. Die Gesamtleistung der Neuanschlüsse erreicht 5.000 kW, was rechnerisch dem Leistungs-bedarf von 1.600 Haushalten entspricht.

Weitere Anfragen in dieser Größenordnung und Planungen für die dazugehörigen Netzerweiterungen im Modellquartier liegen bereits vor. So zum Beispiel von zwei Wohnungsbaugesellschaften, die ihren gesamten vor Ort befindlichen Bestand an das erweiterte Netz an-schließen wollen, und von vielen Eigentümergemeinschaften und Mehrfamilienhausbesitzern. Auch die Stadt lässt eigene Gebäude, soweit deren Heizungsanlagen das Ende ihrer geplanten Nutzungsdauer erreicht haben, an die Fernwärme anschließen.

Die Luftqualität im Modellquartier profitiert in besonderer Weise von dieser Entwicklung, da die Fernwärme in den hocheffizienten Heizkraftwerken der Stadtwerke erzeugt wird und nicht mehr in den Heizungsanlagen der Gebäude im Quartier. Vor Ort entfallen die Umweltbelastungen durch Stickoxide und Feinstaub.
Für Umweltdezernentin Helga Stulgies ist das ein guter Erfolg: "Gemeinsame Anstrengungen zum Ausbau der Fernwärme in einem Modellquartier erzielen einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz. So werden durch die hohe Anschlussquote an die Düsseldorfer Fernwärme klimaschädliche CO₂-Emissionen in einer Größenordnung von 2.000 Tonnen jährlich vermieden." Und sie ergänzt: "Die umweltfreundliche Fernwärme ist zudem ein wirkungsvoller Beitrag zur Luftreinhaltung. Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen durch Verbrennungsprozesse in den Heizungsanlagen im Quartier werden vermieden. Die hohe Anschlussquote verbessert damit die Luftqualität im Modellquartier Bilk."

Bis Ende des Jahres werden die Stadtwerke rund 1,5 Millionen Euro in den Ausbau der Fernwärme im Modellquartier investiert haben. Mit diesem Betrag werden bis dahin in erster Linie mehr als 1.500 Meter neue Fernwärmeleitungen verlegt worden sein. Für Vertriebsvorstand Manfred Abrahams ist das eine gute Investition in die Zukunft: "Hier zeigt sich, dass sich der Zuspruch, den wir von Politik, Verwaltung, Verbänden und Organisationen seit Jahren spüren, in einen ausgeprägten Markterfolg übersetzt hat. Im Mittelpunkt steht dabei der Primärenergiefaktor Null unserer Fernwärme, der die Nachfrage nach klimafreundlicher Wärme bestens bedient und den Klimaschutzzielen unserer Heimatstadt folgt." Abrahams betont zudem die besonderen Vorteile der Fernwärme neben der Umweltfreundlichkeit: "Fernwärme wird zuverlässig geliefert, hat einen geringen Raumbedarf und ist in der Handhabung ausgesprochen bequem, weil kaum Wartung nötig und die Störanfälligkeit gering ist - zudem ist keine Abgasführung nötig."

Zu den Erkenntnissen des ersten Jahres gehört, dass Haus- und Wohnungseigentümer mit einer Umstellung ihrer Wärmeversorgung in der Regel so lange warten, bis sich eine Reparatur der bestehenden Anlage nicht mehr lohnt oder ökologisch der Weiterbetrieb nicht mehr zu rechtfertigen ist. Dies bringt mit sich, dass während langer Vorlaufzeiten der Kontakt zu den Fernwärmeinteressenten aufrechterhalten werden muss.
Die Akquise im Modellquartier Bilk läuft noch bis Ende 2018. Die bis dahin gesammelten Erfahrungen sollen bei der möglichen Auswahl eines weiteren Modellquartiers berücksichtigt werden.

Informationen zur Förderung der gibt es beim Umweltamt unter Telefon 0211-8925955 und im Internet unter: www.duesseldorf.de/klimafreundlichwohnen Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.swd-ag.de/privatkunden/waerme

So funktioniert das Modellquartier Bilk
Wegen der besonderen strategischen Bedeutung der Fernwärme für die Landeshauptstadt Düsseldorf und für die Stadtwerke Düsseldorf haben beide Partner vereinbart, im 'Modell-quartier Bilk' herauszufinden, welche Informations- und Beratungsangebote und welche Förderung den weiteren Ausbau der klimafreundlichen Fernwärme besonders begünstigen.

Die konkrete Förderung sieht so aus: Für eine Anschlussleistung bis 25 Kilowatt ist ein Förderbetrag von 3.500 Euro vorgesehen. Für eine Anschlussleistung zwischen 25 und 50 Kilowatt würde der Zuschuss 3.250Euro und bei über 50 Kilowatt Anschlussleistung 3.000 Euro betragen. Liegt der Hausanschluss mehr als 10 Meter von der Versorgungsleitung entfernt, wird sich die Förderung um bis zu 1.000 Euro erhöhen. Eine Kopplung mit anderen Förderprogrammen des Bundes oder des Landes ist möglich.